Tolle Hilfsaktion für schwangere Witwe

René (40) stirbt nach Hirntumor: „Jetzt braucht uns seine Familie“

07.04.2021 | Stand 07.04.2021, 11:05 Uhr

Das letzte Großprojekt ihres verstorbenen Mannes René: Carmen Kühnert vor dem seit Monaten brach liegenden Rohbau der neuen Garage. Foto: Grießer

Hochschwangere Witwe aus Geisenhausen (Landkreis Landshut) mit riesigen Sorgen – Bauunternehmen hilft völlig selbstlos und wird den Garagen-Rohbau bald fertigstellen.

Von Tobias Grießer

Geisenhausen. Dieses Familiendrama hat Ende Dezember die ganze Region tief bewegt. Die hochschwangere Carmen Kühnert hat durch einen Schicksalsschlag völlig überraschend ihren Mann René verloren. Dabei hatte der 40-Jährige noch so viele Pläne und wollte vor allem das gemeinsame Haus fertigstellen. Doch dazu kam der gelernte Maurer und Verputzer nicht mehr – ein aggressiver und weit fortgeschrittener Hirntumor bremste diese Träume der fünfköpfigen Familie abrupt aus.

Ein Vierteljahr nach dem Tod des geliebten Gatten und dreifachen Vaters ist die Trauer von Carmen und ihren drei Söhnen noch lange nicht verarbeitet. Zumal sich längst weiterer Nachwuchs angekündigt hat. Sohn Nummer 4 soll schon in wenigen Wochen – Anfang Mai – auf die Welt kommen. Die Sorgen von Carmen Kühnert reichen aber noch viel weiter: Die heimische Baustelle liegt seit Monaten brach, vor allem der Rohbau der Garage – das letzte Großprojekt von René – bereitet ihr Kopfzerbrechen.

Diese Sorge kann die Geisenhausenerin jedoch bald von der Liste streichen: Die Firma, bei der ihr Gatte viele Jahre als Vorarbeiter beschäftigt war, wird schon bald das Heft in die Hand nehmen. Günther Schaak, Inhaber des Landshuter Bauunternehmens Schaak, zum Wochenblatt: „Wir kümmern uns, dass die Garage fertiggestellt wird.“

Zusammen mit Architekten, Statikern und befreundeten Firmen habe man nicht nur eine Spendenaktion ins Leben gerufen, sondern auch alle Materialien organisiert. „Unsere Arbeitskräfte machen die Baustelle dann im Sommer fertig“, sagt Günther Schaak. Das Schicksal hat auch die Kollegen ziemlich mitgenommen, aber der Zusammenhalt ist mehr denn je vorhanden. Günther Schaak: „René war über 15 Jahre immer loyal zu uns. Jetzt ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir loyal zu seiner Familie sind. Jetzt braucht uns seine Familie!“

Eine Tatsache, die Carmen Kühnert die Tränen in die Augen treibt: „Ich weiß, dass so etwas heute nicht selbstverständlich ist und bin unendlich dankbar!“ Und die liebevolle Mutter kann sich in den kommenden Wochen immerhin mit einer großen Sorge weniger auf die Geburt ihres Sohnes vorbereiten.