Dingolfing/München

Erste Warnstreiks der IG Metall in Bayern beginnen - auch bei BMW

02.03.2021 | Stand 02.03.2021, 13:50 Uhr

Mitarbeiter von Bosch versammelten sich am frühen Morgen mit Fackeln vor dem Bosch-Werk in Stuttgart-Feuerbach. −Symbolbild: Christoph Schmidt/dpa

Seit Dienstag macht die IG Metall mit Warnstreiks Druck, auch in Bayern. Den Anfang haben kurz nach Mitternacht Beschäftigte im BMW-Presswerk in Dingolfing gemacht.

 

Drei Monate lang haben die Tarifparteien der Metall- und Elektroindustrie verhandelt, ohne dass es eine Annäherung gab. Mit Ablauf der Friedenspflicht um null Uhr ließen Beschäftigte in sechs bayerischen Unternehmen die Arbeit ruhen. Im Tagesverlauf sollen mehrere tausend Mitarbeiter in 23 Betrieben in Warnstreiks treten.

Den Anfang machten kurz nach Mitternacht Beschäftigte im BMW-Presswerk in Dingolfing, bei den Autozulieferern Mahle-Behr in Neustadt bei Regensburg sowie Bosch Rexroth in Lohr am Main und im schwäbischen Elchingen, bei dem Elektronikspezialisten RF360 in München sowie bei Linde Material Handling in Weilbach bei Aschaffenburg. Weitere Aktionen im Tagesverlauf sind bei SKF und ZF in Schweinfurt geplant, bei Bosch-Siemens-Hausgeräte in Dillingen, bei Valeo in Erlangen sowie beim Auto- und Industriezulieferer Schaeffler in Herzogenaurach.

 

IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn

 

Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn für die Beschäftigen – wo es in einem Betrieb schlecht läuft, in Form von Lohnausgleich bei einer Senkung der Arbeitszeit. Die Arbeitgeber bieten nach einer Nullrunde in diesem Jahr noch unbezifferte Lohnerhöhungen erst ab 2022 an und fordern darüber hinaus, dass Krisenbetriebe bei bestimmten Bilanzzahlen ohne Nachverhandlungen mit der IG Metall automatisch vom Tarifvertrag abweichen können.

 

Die vierte Verhandlungsrunde der Tarifparteien war am Freitag ohne Annäherung und ohne neuen Verhandlungstermin beendet worden. In Bayern arbeiten rund 840.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie. − dpa