Freizeit

Nachhaltiger Konsum Produkte für ein ganzes Leben – ist das überhaupt noch möglich?

10.05.2021
−Foto: stock.adobe.com © Jordi Mora

Einmal kaufen und bis zum Ende seiner Tage Ruhe haben. Ein Wunsch, den manche hegen. Aber auch einer, von dem viele glauben, dass er in der heutigen schnelllebigen Konsumwelt ein Wunschtraum bleiben müsse. Doch stimmt das überhaupt? Und: war früher alles wirklich so viel langlebiger?

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„Gemacht für die Ewigkeit“: Wohl jeder dürfte Produkte kennen, die es auf sehr lange Lebenszeiten bringen. Vielleicht ein Taschenmesser, mit dem sich der Urgroßvater schon Äpfel zerschnitt; die mechanische Armbanduhr der Oma, der weder die wilden 60er noch ein nachfolgendes Jahrzehnt oder Dutzende Strandbesuche etwas anhaben konnten, die aber dennoch sekundengenau tickt.

Vielfach betrachten wir solche Produkte mit Wehmut. Denn der Glaube ist weitverbreitet, dass es derartiges nicht mehr gibt. Doch stimmt dies überhaupt? Nicht unbedingt. Denn obwohl vieles wirklich nicht mehr „wie früher“ hergestellt wird, so hat doch einiges auch mit unserer Konsumentenmentalität zu tun – und einer Portion Trägheit.

1. Produkte für die Ewigkeit oder: Geht heute wirklich alles rascher kaputt?

Früher war alles besser? Das ist ein aus Produktsicht falscher, vereinfachender Gedanke. Denn „damals“ wurde nicht grundsätzlich besser gebaut, wohl aber haben wir „heute“ eine gänzlich veränderte Einstellung.

Damals und heute: Völlig unterschiedliche Herstellungsphilosophien

Warum erledigt die elektrische Rührmaschine, die ein junges Paar 1970 zur Hochzeit bekam, auch Anfang der 2020er noch klaglos ihren Dienst? Der Grund ist zumindest teilweise in völlig anderen Herstellungsphilosophien zu finden.

Seit etwa 30 Jahren hat sich die Konsumwelt zu einer der Just-in-Time Produktion gewandelt. Das ist der wahrscheinlich größte Einzelunterschied und hat drei Dinge zur Folge:

  1. Es wird in vielen Bereichen (besonders bei technischem Gerät) kaum noch Lagerhaltung betrieben. Deshalb ist es ungleich schwieriger, Ersatzteile zu bekommen.
  2. Die Einzelteile werden für eine höhere Wirtschaftlichkeit so konzipiert, dass sie in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt werden können.
  3. Einzelteile werden an verschiedenen Standorten angeliefert, dort direkt verbaut, worauf die neu entstehenden Teile ebenfalls an weiteren Standorten direkt weiter verbaut werden. So wird die Qualitätskontrolle bis auf Stichproben an die Einzelteilhersteller ausgelagert. 

Früher hingegen wurde meist nicht nur alles in einem Werk hergestellt (und bevorratet), sondern sämtliche Einzelteile von vielen Firmen ebenfalls selbst gefertigt.

Auch mussten technische Geräte einst nicht so viele verschiedene Funktionen beinhalten. Eine alte Rührmaschine hatte oft nur drei mechanisch geregelte Geschwindigkeitsstufen. Heute hingegen sind viele Modelle elektronisch stufenlos verstellbar inklusive Digitaldisplay. Da es in praktisch jeder Produktsparte mittlerweile zahllose Konkurrenten gibt, kann sich kaum ein Hersteller entziehen.

Dies leitet zu einem wichtigen Grund für die heutige Herstellungsweise über:

Wenn Herstellergeiz auf Kundengeiz und -erwartungen trifft

Hersteller sind bestrebt, mit geringstem Kosteneinsatz ein Gewinnmaximum zu erwirtschaften. Das war aber auch früher schon so. Allerdings war damals die Welt ohne Globalisierung noch nicht so zusammengewachsen wie heute. Tatsächlich ermöglichte erst dies die Produktion der meisten Waren zu den heute üblichen Preisen. So würde ein mit den Methoden von 1965 komplett in Deutschland gefertigtes Handy höchstwahrscheinlich beim Kaufpreis mit einem – modern gefertigten – Kleinwagen konkurrieren.

Allerdings ist Herstellergeiz definitiv nur eine Seite der Medaille, wenn es auch ein gewichtiger Faktor ist. Die andere sind wir als Konsumenten. Für viele ist es nicht mehr üblich, darauf zu achten, Produkte für eine Nutzungsdauer von vielen Jahren zu erwerben. Früher war maximale Langlebigkeit ein wichtiges Kaufkriterium. Ein Produkt, welches das nicht lieferte, hatte es sehr schwer. Als beispielsweise in den 1970ern Pressspanmöbel aufkamen, die offensiv als Wegwerfware vermarktet wurden (IKEA beispielsweise warb mit „Benutze es und wirf es weg“), war das Gespött vieler Kunden groß.

Umgekehrt konnte die Langlebigkeit selbst zum Fallstrick für Hersteller werden. Warum beispielsweise Zündapp Mitte der 1980er zahlungsunfähig wurde, lag auch zu einem gewissen Teil daran, dass die Zweiräder des Herstellers sprichwörtlich ewig hielten – für einen gesättigten Markt gab es deshalb kaum Kaufanreize.  

Heute hingegen möchten viele Verbraucher sich nicht mehr lange binden. Vielleicht ärgert es uns als Einzelperson, wenn der Fernseher nach vier Jahren den Geist aufgibt, ein Paar teure Schuhe nicht mehr wirtschaftlich besohlt werden kann. Für einen erheblichen Teil der Käufer zählt jedoch deutlich stärker, sich immer wieder Neues gönnen zu können.

Etwas über viele Jahre zu besitzen, ist heutzutage für viele eher Stigma denn Grund für Stolz. Daran orientieren sich die Hersteller: an dem, was die Masse der Kunden wünscht – wenngleich natürlich klar ist, dass der Wunsch den Firmen in die Karten spielt und gefördert wird, weil er für höchste Umsätze sorgt.

Eine Frage der Attitüde: Unsere Einstellung zu Wartung und Pflege

Dass viele Produkte heute nicht mehr in einer solchen Langzeitqualität hergestellt werden wie früher, ist eine Tatsache und in einer zusammengewachsenen Wirtschaftswelt auch teilweise Notwendigkeit – bzw. das Prinzip des Kapitalismus. Doch Verbraucher müssen dabei auch ihre eigenen Konsumgewohnheiten betrachten: Denn der Grund, warum viele Produkte so viele Jahrzehnte überdauerten, war der Wille der Besitzer, dies auch zu ermöglichen.

Ein gutes Beispiel ist eine Lederjacke. Dieses Kleidungsstück ist heute noch genauso langlebig wie früher. Wer seine (Echtleder-)Jacke regelmäßig reinigt und pflegt und das natürliche Material immer wieder mit einem dazu passenden Imprägniermittel behandelt, sodass es geschmeidig und wasserabweisend bleibt, sorgt selbst dafür, dass die Jacke Jahrzehnte überdauern kann – ohne unansehnlich zu werden.

Allerdings ist genau dies das Problem: Früher waren Verbraucher sich im Klaren darüber und (nicht zuletzt aufgrund des niedrigeren Lohnniveaus) auch willens, ihren Waren durch pflegliche Behandlung und regelmäßige Wartung ein maximal langes Leben zu ermöglichen.
Allerdings haben dies viele von uns verlernt. Natürlich steckt dahinter auch die ständige Verfügbarkeit von günstigen Neuwaren und teils die kaum noch mögliche Reparierbarkeit. Aber im Grunde genommen sehen viele Verbraucher die allermeisten Produkte als völlig wartungsfrei an, obwohl sie es nicht sind. Es ist unüblich geworden, Zeit (und mitunter Geld) in die Wartung zu investieren. Kommt dann noch hinzu, dass einige ihre Sachen fehl- oder überbeanspruchen, ist es kein Wunder, dass auch eigentlich hochwertige, potenziell langlebige Stücke rasch den Geist aufgeben.

Eine Sache der verschobenen Perspektive: Was heute noch existiert…

Zuletzt muss auch noch mit einem sehr verbreiteten Irrtum aufgeräumt werden: Nur weil ein Produkt vor vielen Jahrzehnten hergestellt wurde, bedeutet das nicht automatisch, dass dies damals generell hochwertiger war.

Doch auch früher wurden Dinge produziert, die schon nach kurzer Zeit kaputtgingen. Allerdings wurden diese schon vor Jahrzehnten entsorgt – und die heutigen, umfassenden Gewährleistungsansprüche gab es früher nicht in dieser Form. Wo wir heute etwas meist problemlos umtauschen können, konnten Verbraucher früher oft nur lautstark, aber letztlich fruchtlos protestieren.

Was heute noch existiert und funktioniert, tut es deshalb meistens, weil:

 

  • …es nur selten benutzt wurde. 

und/oder

  •  …es von mehreren Generationen pfleglich behandelt bzw. behütet wurde.

und/oder

  • …es ein Produkt besonders herausragender Qualität ist.

Meistens sind solche Schätze deshalb häufiger Zeugnisse, wie wirksam eine wirklich „sorgsame“ Behandlung sein kann, als dass sie Beweis wären, dass früher grundsätzlich langlebiger gebaut wurde.

2. Produkte für die Ewigkeit: Wo ein langes Produktleben kaum gewünscht oder möglich ist

Manche Verbraucher werden sich an dieser Stelle fragen, ob sie wirklich alles, was sie besitzen, für ein ganzes Leben gekauft werden. Tatsächlich gibt es einige Produkte, in denen ein langes Leben für verschiedene Zielsetzungen ganz und gar nachteilig wäre.

Immer schneller, immer besser: Digitaltechnik

CMOS-Chips, Mikroprozessoren, Solid-State-Speichertechnologie… man könnte diese Liste beliebig lange fortsetzen. Im digitalen Bereich wären Gegenstände mit langer Lebensdauer wie ein Bremsklotz für die Weiterentwicklung.

Von Beginn an entwickelte sich Digitaltechnik immer wieder weiter, weil es ständige Anreize aus anderen Sparten gab. Der Wunsch nach optisch gelungeneren Videospielen befeuerte die Grafikkartenentwicklung, die Vergrößerung der Speichervolumina machte es erst praxistauglich, Kamerachips zu bauen, die buchstäblich plakatwandfüllende Fotos aufnehmen konnten.

Zwar mag es für manche wünschenswert sein, ihren PC oder das Handy über Jahre zu nutzen, sinnvoll ist dies jedoch schon aus Gründen der Sicherheit nicht – denn je älter ein System ist, desto weiter offen sind die Schwachstellen. Insgesamt sorgt die wachsende Digitalisierung mit ihren zahlreichen Anwendungen für verschiedene neue Umweltprobleme. Neben den Produkten gilt ein Blick deshalb auch auf diesen Aspekt für einen nachhaltigen Kosum.

Fahrzeuge, Sicherheit und Mutter Natur

Bei Digitaltechnik mögen langlebige Produkte vielleicht nur die Entwicklung hemmen. Auf der Straße hingegen lägen die Nachteile deutlich aufseiten der Umwelt und der Insassensicherheit. Zwar gibt es durchaus Möglichkeiten, Autos zu bauen, die eine Million Kilometer und mehr aushalten – mit entsprechenden Wartungsarbeiten wurde dies schon mehrfach bewiesen.

Doch jeder, der einen Oldtimer fährt, weiß, dass neue Autos ihm in Sachen Crashsicherheit, Fahr- und Umweltverhalten um Welten voraus sind. Damit wäre ein Produkt für viele Jahrzehnte schon aus Vernunftgründen nicht erstrebenswert. Und die äußerst geringe Zahl der Millionen-Kilometer-Rekordhalter zeigt auch, dass dafür so viel Wartungsarbeit nötig ist, dass es irgendwann unwirtschaftlich wird.

Mode – zumindest teilweise

Wir alle kennen zeitlose Mode. Die weiter oben genannte Lederjacke gehört dazu, sicher auch Jeans in schlichten Schnitten oder einfache T-Shirts. Doch schon beim Herrenanzug fängt es an: Heute noch mit einem Zweireiher ausgehen? Eher körperbetont geschnitten oder doch lieber locker? Und was ist mit den Farben?

Natürlich mag der heutige Extremtrend zu Fast Fashion verheerend für die Umwelt sein, allerdings ist es, abgesehen von vielleicht Leder und Segeltuch, auch kaum möglich, Mode zu fertigen, die zigtausende Trage- und Waschvorgänge überlebt. Und wie es aussähe, wenn wir jahrzehntelang dieselben Sachen tragen würden, mag zwar nur subjektiv sein, aber dennoch für viele verständlicherweise nicht erstrebenswert.

3. Produkte für die Ewigkeit: Wer sucht, der findet

Wer willens ist, ein Produkt sorgsam zu pflegen und es richtig zu verwenden, der legt zumindest den mentalen Grundstein dafür, dass dieses Stück es auf viele Lebensjahre bringt. Das allein ist jedoch durch die angesprochene heutige Herstellungsphilosophie kein Garant mehr. Wer heute „etwas Anständiges“ kaufen möchte, darf keinesfalls einfach nur ein Ladengeschäft aufsuchen und loskaufen. Dazu gehört deutlich mehr.

Keine falsche Sparsamkeit

Dazu gehört der mit Abstand wichtigste Punkt: Man bekommt, was man ausgibt

Wer sich auf dem Wühltisch ein T-Shirt zweifelhafter Herkunft kauft, darf sich nicht wundern, wenn es einläuft und die Nähte aufgehen. Und wer Bett und Matratze für den Gegenwert eines luxuriösen Abendessens für zwei erwirbt, sollte ebenfalls kaum überrascht sein, wenn nach zwei Jahren alles durchgelegen ist.

Das bedeutet: Wer lange Jahre Freude an einem Produkt haben möchte, muss dafür Geld in die Hand nehmen – auch das ist eine Regel, die schon in der „guten alten Zeit“ galt. Allerdings ist teuer nicht automatisch gleich langlebiger. Das geht nur in Verbindung mit diesem Punkt:

Umfassend informieren

Niemals zuvor war es so leicht, Tests von Verbraucherschutzorganisationen zu lesen. Nie konnte man sich für ein Produkt auf so vielen verschiedenen Seiten Erfahrungsberichte von echten Benutzern finden. Wo Verbraucher früher wirklich auf Gedeih und Verderb Werbeversprechen und vielleicht etwas Mundpropaganda ausgeliefert waren, haben wir heute die Möglichkeit, uns über wirklich jedes Produkt sehr umfassend zu informieren.

Dennoch nehmen viele diesen Luxus bestenfalls unzureichend wahr. Dabei ist die mit Abstand beste Möglichkeit, ein Produkt kennenzulernen, ohne selbst als „Testperson“ gutes Geld ausgeben zu müssen. Natürlich können in vielen schnelllebigen Produktkategorien, in denen die Halbwertszeiten neuer Modelle in wenigen Monaten gemessen werden, auch menschliche Rezensenten keine Erfahrungsberichte über mehrere Jahre vorweisen. Wohl können Sie aber eine Ansicht vermitteln, die über „Auspacken, Einschalten und kurz Ausprobieren“ weit hinausgeht.

Allerdings ist es auch nötig, bei den Rezensionen echt von falsch zu unterscheiden – Hersteller und Händler wissen um die Macht dieser Worte und manche versuchen sie, zu ihren Gunsten zu lenken.

Die richtigen Features kennen

Je komplexer ein Produkt ist, aus je mehr Teilen es besteht, je mehr Funktionen es beinhaltet, desto fehleranfälliger wird es. So sollte bei Produkten immer versucht werden, die Features nach der altbekannten Regel auszuwählen: So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Allerdings sollte dies nicht dazu führen, in allem auf die simpelst-möglichen Varianten zu vertrauen. Es gilt viel mehr folgendes:

 

  • Ein Produkt sollte so gut bzw. vielseitig sein, dass es die unmittelbaren Ansprüche befriedigt, aber auch die zukünftigen (gestiegenen, gewandelten) Wünsche zufriedenstellt.
  • Es kann sinnvoll sein, statt eines Alleskönners lieber mehrere dedizierte Produkte zu kaufen. Also beispielsweise lieber je eine Sommer- und Winterjacke statt einer Übergangsjacke mit Einknöpffutter.

Ersteres sorgt dafür, dass neue Produkte einen geringeren Reiz ausüben, wodurch sie oft auch unserem Gehirn erstrebenswerter erscheint, das Alte noch länger zu benutzen. Letzteres dagegen sorgt automatisch dafür, simplere Produkte zu kaufen, die nicht mit fehleranfälligen (und preissteigernden) Funktionen überfrachtet sind – die man womöglich gar nicht benötigt.

Wartung, Pflege, pflegliche Nutzung

Darüber hinaus ist es wichtig, seine Dinge „richtig“ zu gebrauchen. Das bedeutet im Einzelnen:

 

  • nur bestimmungsgemäß verwenden
  • über materialspezifische und sonstige Vorgaben vor der Nutzung informieren
  • etwaige Herstellervorgaben nicht nur kennen, sondern auch einhalten
  • Wartungs- und Pflegearbeiten nur von fachkundigen Personen durchführen lassen

Dabei gilt jedoch, dass nicht für alles professionelle Fachleute nötig sind; speziell bei Reparaturen. In einigen Bereichen fehlen hier mittlerweile die Qualifikationen und das alte Wissen, oder eine Reparatur kann zu kostenintensiv sein. Das gilt etwa für einen Automechatroniker, der keinen alten Einspritzmotor aus den 1980ern mehr reparieren kann, ebenso, wie für eine Schneiderin, deren Nähmaschine vielleicht gar nicht die Fähigkeit hat, an einer robusten Volllederjacke einen neuen Reißverschluss anzunähen.

Hier sind private Interessengemeinschaften, Foren und auch die mittlerweile fast überall existierenden Repair Cafés eine alternative Anlaufstation – auch, weil bei solchen privaten Interessenten noch die Leidenschaft hinzukommt, etwas Altes zu erhalten.

Reine Kopfsache: Widerstand gegen die Verführung

Man kann unter Einbehaltung der bisherigen Tipps sicherstellen, dort, wo es einem wichtig ist, Produkte zu erwerben, die über Jahrzehnte hinweg funktionsfähig bleiben. Nachhaltiger Konsum beginnt dabei im eigenen Kopf.

Denn so, wie die Kollegin, die mit einem brandneuen Auto vorfährt, den eigenen Wagen automatisch etwas älter wirken lässt, verhält es sich auch mit allem anderen: Neues (ver )lockt. Hier hilft nur Standhaftigkeit, gepaart mit etwas Mathematik: Bei vielem ist selbst ein langjähriger Besitz samt Wartung längst nicht so eine Belastung für das Portemonnaie und die Umwelt, wie der Kauf und vor allem die Herstellung eines neuen Produkts.

Egal wie sparsam oder auch generell besser etwas Neues ist, das beste Produkt für den Geldbeutel und die Umwelt ist dasjenige, das gar nicht erst hergestellt und um die halbe Welt transportiert werden muss, weil ein mehr als tauglicher Vorgänger noch gut seinen Dienst verrichtet.

Zusammenfassung und Fazit

Produkte, die schon nach kurzer Zeit ausfallen und solche, die für viele Jahrzehnte funktionsfähig sind, gibt es auch heute noch. Zwar stimmt es unzweifelhaft, dass es heute deutlich mehr Produkte gibt, die nicht für ein langes Leben konzipiert wurden. Das gilt jedoch nicht grenzenlos. Außerdem wird das meiste davon nicht dem Käufer vom Markt diktiert, sondern ersterer diktiert es durch zu große Sparsamkeit und den Wunsch nach ständiger Erneuerung dem Markt.

Die guten Produkte, die wir wirklich noch unseren Urenkeln vererben können, gibt es noch heute. Wir müssen aber auch gewillt sein, dafür etwas mehr auszugeben und sie so zu behandeln, dass sie lange schön und funktionsfähig bleiben. Selbst das berühmte Schweizer Taschenmesser hält nicht sehr lange, wenn es nie geschärft, gereinigt und geölt wird und man es als Brecheisen missbraucht.