Gesundheit

Leben mit Diabetes: Wie Betroffene selbst aktiv werden

14.07.2021
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Diabetes mellitus ist ein Sammelbegriff für verschiedene Stoffwechselstörungen, deren Hauptmerkmal ein pathologisch erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) ist. Dabei spielt das Hormon Insulin, das in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse produziert wird, eine wichtige Rolle.

Durch einen absoluten oder relativen Insulinmangel gerät der Blutzucker dauerhaft aus dem Gleichgewicht und wird in den meisten Fällen mit lebenslanger Medikamentengabe und Insulinspritzen behandelt. Doch in vielen Fällen muss das nicht zwangsläufig so sein. Vor allem Typ-2-Diabetes kann durch gezielte Veränderungen im Alltag positiv beeinflusst werden.

Die beiden häufigsten Formen bezeichnet man als Typ-1- und Typ-2-Diabetes.

Unter Typ-1-Diabetes versteht man eine Autoimmunkrankheit, bei der das körpereigene Abwehrsystem jene Zellen zerstört, die Insulin produzieren. In der Folge wird im Körper nicht mehr genug Insulin bereitgestellt - es entsteht ein absoluter Insulinmangel. Fehlt Insulin, kann Glukose im Körper nicht mehr ausreichend verstoffwechselt werden, wodurch es zu einer Vielzahl teilweise dramatischer Folgesymptome kommen kann. Dies wird verhindert, indem Betroffene sich lebenslang Insulin spritzen.

Bei Typ-2-Diabetes hingegen spielt der Lebensstil eine große Rolle, weswegen sich eine Veränderung der Ernährungsweise sehr positiv auf die Krankheit auswirken kann. Es handelt sich dabei um die häufigste Form der Krankheit: Etwa 90 Prozent aller Diabetiker leiden darunter. Bei Typ-2-Diabetes entwickeln die Körperzellen eine Insulinresistenz. Das bedeutet, dass zwar genügend Insulin vorhanden ist, dieses jedoch nur noch unzureichend vom Körper verwertet werden kann. Nichtsdestotrotz kann auch diese Form des erworbenen Diabetes schwerwiegende Folgen haben. Vor allem bei Menschen, die nicht von ihrer Erkrankung wissen, können sich über die Jahre schleichend chronische Komplikationen entwickeln.

Man kann davon ausgehen, dass ein gesunder Lebensstil eine Vielzahl an positiven Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Dennoch muss gesagt werden, dass die Veränderung der Gewohnheiten nicht jeden vor Diabetes bewahren kann. Letztendlich wird die Krankheit zusätzlich durch eine Vielzahl individueller Faktoren beeinflusst - so wie jede andere Krankheit auch. Folgendes können Betroffene jedoch tun, um nach einer Diagnose bestmöglich für sich zu sorgen:

  • Übergewicht reduzieren: Besonders überflüssige Fettzellen im Bauch stehen im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen, die die Krankheit zusätzlich befeuern können.
  • Ausreichend Bewegung: Körperliche Aktivität hilft nicht nur dabei, das Körpergewicht zu reduzieren, sie senkt auch den Blutzuckerspiegel und verbessert die Insulinempfindlichkeit der Zellen.
  • Sich gesund ernähren: Hierbei geht es insbesondere darum, den Blutzuckerspiegel ins Gleichgewicht zu bringen. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt, dass der Fettanteil weniger als 30 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmacht. Insbesondere gesättigte Fettsäuren, die beispielsweise in tierischen Produkten und Kokosfett enthalten sind, sollten reduziert werden. Ratsam ist eine überwiegend pflanzliche Vollwertkost, die sich vor allem aus Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen zusammensetzt. Auch die Low-Carb-Ernährung eignet sich zum Abnehmen.
  • Stress reduzieren: Übermäßiger Stress kann sich ungünstig auf das Körpergewicht auswirken. Regelmäßige Entspannungsübungen, Ruhepausen und ausreichend Schlaf hingegen fördern das körperliche Gleichgewicht.
  • Psychotherapie in Anspruch nehmen: Eine übermäßige Gewichtszunahme ist meist nicht nur ein physisches, sondern auch ein emotionales Thema. Aus diesem Grund ist es für Betroffene oft besonders schwer, Gewicht zu verlieren, wenn negative Glaubenssätze oder Schutzstrategien dahinterstecken. Zusätzlich kann eine Diabetes-Diagnose äußerst belastend sein. Daher ist es hilfreich, sich auf dem Prozess therapeutisch begleiten zu lassen und gegebenenfalls emotionale Blockaden aufzuarbeiten, die zu einer Gewichtszunahme geführt haben.