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Fairer Kaffee: Was wäre ein gerechter Preis?

10.05.2021

Quelle: https://unsplash.com/photos/zlwDJoKTuA8

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Kaffee gehört zu den beliebtesten Getränken der Deutschen. Klar, denn das dunkle Heißgetränk hat viele positive Wirkungen und schmeckt überdies äußerst lecker. Der Blick in die Regale der Supermärkte zeigt jedoch: Die Bohnen und der gemahlene Kaffee scheinen immer günstiger angeboten zu werden.

Was für den Verbraucher eine Freude darstellt, ist ein großes Problem für andere. Billiger Kaffee ist für Menschen mit Umweltbewusstsein keine Option mehr. Viele wünschen sich zudem einen fair gehandelten Kaffee und sind bereit mehr Geld für bessere Produktionsprozesse zu investieren. Doch wie viel sollte fairer Kaffee wirklich kosten? Wir fanden es heraus!

Das Problem der Kaffeebauern

Immer schneller, immer billiger, immer schonungsloser. Das ist das Ergebnis eines Trends, der immer mehr gen Billigware geht. Leider betrifft das auch Lebensmittel und Getränke wie Kaffee. Von Fairtrade ist bei den Herstellern ohne ordentliches Siegel selten auszugehen. Das bedeutet: Lokale Farmer, die Kaffeeplantagen unterhalten und bearbeiten, haben ein großes Problem. Sie werden nicht gut bezahlt und können in der Folge auch ihren Mitarbeitern nicht viel Lohn geben.

Ein Problem, das für viele Arbeiter zu einem Hamsterrad wird. Die Arbeit muss dauerhaft laufen, die Menschen überarbeiten sich. Dafür kommen sie gerade einmal über die Runden. Aktuell kostet ein Kilo Kaffee für die Industrieländer lediglich 1 Euro. Dieser Preis ist zu gering. Damit er sich anhebt, müssen die Menschen in Industrieländern bereit sein mehr für ihr Lieblingsgetränk auszugeben.

Welche Komponenten bei der Preisbildung entscheidend sind

Bei der Preisentstehung von Kaffee gilt es das Problem auf globale Weise zu betrachten und nicht ausschließlich Bauer und Verbraucher zu sehen. Im Rahmen der Produktionsprozesse von Kaffee und Kaffeebohnen kommen weitaus mehr Unternehmen zusammen, die allesamt von der Kaffeeproduktion leben müssen. Doch auch das Thema Umwelt ist nicht zu vernachlässigen, zumal Umweltverschmutzung ein immer größer werdendes Problem darstellt.

Umso wichtiger ist es bei der Preisgestaltung, Faktoren wie den Klimawandel unbedingt mit einfließen zu lassen. Der Klimawandel führt unweigerlich zur Erwärmung der Erde. Ein Problem, welches die Pole schmelzen lassen und für weitere Schwierigkeiten sorgen wird. Überdies stellt die während der Produktion des Deutschen liebsten Getränks und während der Überfahrt aufkommende Luftverschmutzung ein großes Problem dar. Erneut zeigt sich, wie wichtig es ist, diese Faktoren einfließen zu lassen und gegenzusteuern.  

Darüber hinaus spielen die Bauern und ihre Arbeiter eine große Rolle. Soziale Ungerechtigkeit muss aus dem Weg geschafft werden. Jeder Mensch hat das Recht auf Wohlstand und dieser beginnt bereits bei der Preisgestaltung unserer Kaffeesorten. Einige Hersteller engagieren sich überdies für den Anbau neuer Pflanzen, um so einen Ausgleich zu schaffen. Andere investieren in Bildungseinrichtungen oder Hilfsorganisationen, die sich für den Menschen und Gleichheit und Gerechtigkeit auf dem ganzen Planeten einsetzen.

Neben den Farmen, den Arbeitern und den Händlern gilt es weitere Kosten zu bedenken. Kein Verbraucher erfährt von dem köstlichen Kaffee, wenn es keine Werbung gibt. Das würde bedeuten: Ohne Werbung, hätten alle beteiligten Firmen und Personen komplett umsonst gearbeitet.

Ein ausgereiftes Marketing-Konzept stellt die Eckpfeiler des Erfolgs von landwirtschaftlichen Betrieben dar. Werbung kostet jedoch auch Geld. Je besser sie aufbereitet ist und je mehr Menschen dadurch erreicht werden können, desto mehr Ausgaben kommen auf die Betriebe zu.

Zusätzlich gibt es Steuern, die beim Verkauf und der Bearbeitung anfallen. Diese sind in jedem Land unterschiedlich und müssen bei Transport der Ware von einem in ein anderes Land einkalkuliert werden.

Dieser Preis ist gerechtfertigt

Der derzeit in den Läden vorzufindende Preis pro Packung Kaffee ist äußerst gering. Wer alle oben genannten Faktoren gedanklich einbezieht, merkt schnell, dass eine Veränderung stattfinden muss. Diese Veränderung schließt eine Anhebung des Preises ein. Damit das gelingt, müssen alle Hersteller und Anbieter an einem Strang ziehen.

Denn: Wer würde schon einen vermeintlich überteuerten Kaffee im Supermarkt kaufen, wenn direkt daneben ein Billigprodukt mit selbem Inhalt steht? Deshalb sind jetzt die Hersteller und vor allem die Händler gefragt.

Ein fair gehandelter Kaffee sollte rund 25 Euro pro Kilo kosten. Selbst dann sind die Löhne der Arbeiter gering, dennoch ist dieser Preis in Anbetracht von Ausgaben und Einnahmen einzelner Personen angemessen.

Kaffee mit Siegeln

Die Siegel auf dem Kaffee kommen vielen Käufern vertraut vor. Mittlerweile entscheiden sich Kaffeetrinker bewusst für das Fairtrade-Siegel. Dieses Siegel soll einen fairen Handel des Produkts garantieren. In der Tat hat sich seit Entstehung von Fairtrade-Produkten viel getan. Dennoch ist es nicht genug.

Ein Fairtrade-Produkt wie der fair gehandelte Kaffee geht zwar mit höheren Ausgaben einher. Allerdings reicht das nicht aus. Der Kaffee muss unbedingt noch teurer werden, damit alle davon leben können.

Viele Fairtrade-Produkte besitzen kein Bio-Siegel. Die Hersteller können sich dieses nicht leisten, denn die Anbringung bzw. die Erlaubnis über die Verwendung eines Siegels auf der Verpackung erfordert Investitionen. Das fehlende Bio-Siegel rückt dadurch in weite Ferne.

Problem: Kaffee ohne Bio-Siegel kann gentechnisch veränderte Pflanzen als Grundlage nutzen. Ein Fakt, der ebenso wie der Zusatz von Konservierungsmitteln zu Erkrankungen führen kann.

Alle Produkte sollten mindestens Fairtrade-zertifiziert sein

Kaffee ist nicht das einzige Problem, welches wir haben. Es gilt den Fokus auf das gesamte Netz der Erde zu richten. Viele im Ausland herstellenden Firmen setzen heimlich Kinder zur Arbeit ein. Wenngleich dies hierzulande völlig undenkbar und gesetzeswidrig ist, sind andere Länder längst nicht so weit. Moralische Gewissensbisse? Fehl am Platz.

Und Kinder sehen sich in der Pflicht auf Plantagen zu arbeiten, um bei der Ernährung der Familie zu helfen. Vor allem kinderreiche Familien sind auf Kinderarbeit angewiesen. Ursache für dieses Problem ist die Tatsache, dass Industrieländer den Preis immer mehr drücken und es im Ausland innerhalb der Familien immer mehr Kinder braucht, die die Familie am Leben halten. Das muss sofort unterbunden werden.

Viele fordern daher mehr Transparenz. Unternehmen sind zur Offenlegung ihrer Prozesse angehalten. Auf diese Weise lassen sich Produktionsschritte besser nachverfolgen. Kinderarbeit, Misshandlung und Missbrauch können so verringert und sogar verhindert werden. Vor allem in den letzten Jahren werden immer mehr Missstände aufgedeckt. Trotzdem sind wir in einigen Ländern von diesen Zielen weit entfernt.

Und dennoch: Wir Menschen der westlichen Welt tragen Verantwortung und sollten für einen gesunden Planeten und mehr Wohlstand kämpfen.