Wärmebildkameras können Leben retten

14.09.2021
−Foto: E.M. Extreme Marketship

Erfahre hier, wie Wärmebildkameras funktionieren, wo sie der Feuerwehr bei Einsätzen helfen und welche Standards die erfüllen müssen http://wochenblatt.de/

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Wärmebildkameras können bei Bränden Leben retten

32 Prozent aller Brände in Deutschland werden durch elektronische Defekte ausgelöst, rund 18 Prozent durch menschliches Fehlverhalten, das hat das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung herausgefunden. Je nach Gebiet müssen die Feuerwehren auch durchaus mehrfach täglich ausrücken. Jetzt werden Forderungen laut, dass alle Feuerwehren, egal ob Freiwillige Wehren oder Berufsfeuerwehren, mit Wärmebildkameras ausgestattet werden sollten. Die Argumente der Befürworter sind klar.

Wärmebildkameras spüren Brände auf

In allen Bundesländern sind Rauchmelder Pflicht. Und wie schon der Volksmund sagt, wo Rauch ist, ist auch Feuer. Dennoch ist es gerade bei größeren Gebäuden und Industrieanlagen nicht immer einfach, den Brandherd zu lokalisieren. Es können auch Schwelbrände sein, die sich, verdeckt von Schallschutzplatten etwa, entwickeln.

Hier kommen Wärmebildkameras ins Spiel. Sie können die Infrarotstrahlen erfassen und zeigen so in Thermobildern die Umgebung an. Sie können nicht durch feste Materialien “hindurchsehen”, erfassen aber, wenn etwa durch ein Schachtgitter oder Ähnliches viel Wärme in einen Raum eindringt. So können auch versteckte Brandherde schnell gefunden und ausgemerzt werden.

Auch die Rettung von Personen ist deutlich einfacher, da der menschliche Körper viel Wärme abgibt und so gut optisch erfasst werden kann.

Nachtsichtgeräte wie Pulsar-nv arbeiten ebenso mit Infrarot und ermöglichen gute Sicht bei nächtlichen Einsätzen, oder in dunklen, mit Rauch gefüllten, Gebäuden.

So funktioniert eine Wärmebildkamera

Jeder Körper und jeder Gegenstand gibt eine gewisse Wärme ab. Diese ist in Form von Infrarotstrahlung, auch Wärmestrahlung genannt, mit speziellen Objektiven erfassbar. Daraus entstehen sogenannte Thermobilder, die am Display der Kamera angezeigt werden.

Selbst bei starkem Rauch und völliger Dunkelheit ist so ein Raum etwa zu erkennen und darin auch alle Gegenstände und Personen. Der menschliche Körper erscheint in solch einem Bild aufgrund seiner hohen Wärmestrahlung in orange-rot. So kann die Feuerwehr auch bei unzugänglichem Gelände Personen schnell finden und retten.

Zwei Probleme gibt es allerdings:

Liegt die Person hinter einem festen Gegenstand und wird komplett verdeckt, kann die Wärmebildkamera ihn nicht erkennen. Infrarotstrahlung kann auch gespiegelt und abgelenkt werden. Das muss man bei der Auswertung der Wärmebilder stets berücksichtigen und sich nicht in die Irre führen lassen.

Vorteile von Wärmebildkameras

Doch nicht nur die Rettung von Personen kann durch eine Wärmebildkamera unterstützt werden. Auch die Feuerwehrmänner und -frauen können sich selbst mit dem Einsatz von Wärmebildkameras besser schützen.

Sie können auf dem Display gut erkennen, in welchen Bereichen des Brandherdes die höchsten Temperaturen herrschen, wo sich Treppen befinden und auf welchem Weg man sich vergleichsweise sicher durch den Einsatzort bewegen kann. So wird die Sturz- und Unfallgefahr deutlich minimiert. Auch Bereiche, die aufgrund der hohen Temperaturen einsturzgefährdet sind, lassen sich gut auf dem Display erkennen.

Seit wann benutzt die Feuerwehr Wärmebildkameras?

Wie so oft stammt die Erfindung aus dem militärischen Bereich. Erst 20 Jahre später, 1980, wurde das Prinzip der Wärmebildkamera auch in der Brandbekämpfung genutzt, zuerst nur auf Schiffen. Erst erneut 15 Jahre danach erfreuten sich die Kameras auch in Deutschland und Europa steigender Beliebtheit.

Seitdem werden immer günstigere und kompaktere Modelle entwickelt. Daher, so die Befürworter, ist es nun möglich, jede Feuerwehreinheit mit Wärmebildkameras auszustatten und so das Risiko für die, oft freiwilligen, Helfer zu senken.

US-Standard für die Wärmebildkameras

In Amerika wurde klare Standards definiert, wie robust eine Wärmebildkamera sein muss, wie gut die Bildauflösung und die Temperaturanzeige. Geräte, die nach diesen Vorgaben zertifiziert sind, liegen auch preislich deutlich höher.

In Deutschland gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, im Hinblick auf Wärmebildkameras, die bei Feuerwehren eingesetzt werden können. Da die zertifizierten, sogenannten NFPA-Kameras aber auch über zahlreiche Funktionen verfügen, die im Einsatz nicht benötigt werden, weicht man Hierzulande auch auf preisgünstigere Modelle aus.

Wichtig sind allerdings folgende Komponenten: Die Auflösung des Displays, die thermische Empfindlichkeit, wie oft das Bild im Display aktualisiert wird, auch Bildwiederholungsrate genannt.

Fazit

Die Männer und Frauen der Feuerwehren retten Leben, auch unter dem Einsatz ihrer eigenen Gesundheit. Wärmebildkameras erleichtern die Rettung im Feuer eingeschlossener Personen, sichern aber auch die Retter selbst besser ab.

 

−Foto: E.M. Extreme Marketship