Tolle Aktion

So geht echter Umweltschutz – vier Kinder aus Regensburg starteten eine Sammelaktion

30.03.2021 | Stand 30.03.2021, 16:10 Uhr

Moritz und Luisa Westermann sowie Lydia und Matthias Megele mit dem gesammelten Müll. Foto: privat

Moritz ist acht Jahre alt, er geht in die zweite Klasse – und schon als Kindergartenkind hat er bemerkt, dass jede Menge Müll herumliegt. Schon damals sammelte er den Müll ein – jetzt ist er dieser „Bestimmung“ erneut gefolgt. Zusammen mit seiner Schwester Luisa (11) und den befreundeten Geschwistern Lydia (12) und Matthias (8) hat er von Montag bis Mittwoch, 22. bis 24. März, in Regensburg im Bereich der Fikentscherstraße Müll gesammelt.

Von Ursula Hildebrand

Regensburg.

Ein Einkaufswagen, ein alter Lkw-Reifen, ein geflochtener Korb – Blumentöpfe, Glasflaschen und Reste eines Fahrrades, all das haben die vier engagierten Kinder aus dem Regensburger im Süden der Stadt eingesammelt.

Als Moritz noch in den Kindergarten ging, waren ihm die vielen Zigarettenstummel aufgefallen, die überall herumlagen. Damals begann er, Müll einzusasammeln. „Bei der Aktion war ich ziemlich traurig, dass es so viel Müll war, den wir gefunden haben“, berichtet der Achtjährige. Und weil es so viel Müll ist, hofft er nun, dass die Stadt die Dinge abholt – angefragt hat man da bereits. Denn: So viel Müll würde gar nicht ins Auto passen, um ihn wegzufahren, sagt Moritz. Und in die Tonne passt er erst recht nicht – das meiste gehört da ohnehin nicht hinein.

Moritz‘ Schwester Luisa ist elf Jahr alt und geht in die sechste Klasse. Sie hatte die Idee zur Müllsammelaktion. Gemeinsam mit ihrer Klassenkameradin Lydia (12) hatte sie in einem kleinen Teich einen Blumentopf entdeckt und herausgezogen, schnell kam weiterer Müll hinzu – und Moritz und sein Freund Matthias (8) gesellten sich dazu. „Mein Bruder hat schon im Kindergarten Müll aufgesammelt und entsorgt“, berichtet sie – schnell war man sich einig, etwas tun zu müssen. Matthias ist froh, dass der Müll eingesammelt werden konnte. Er macht sich vor allem Sorgen um Tiere, die sich an scharfen Kanten oder auch zerbrochenem Glas verletzen könnten.

Bei dieser Sammelaktion soll es nicht bleiben: „Ich habe schon Skizzen für Flyer und Plakate gemachte“, berichtet Luisa. Infos zu Themen wie Umweltschutz und Müllvermeidung soll es geben. Müll dürfe nicht in der Natur landen, viel mehr wiederverwertbare Dinge sollten verwendet werden, sagen die Kinder. „Wir müssen etwas gegen Umweltverschmutzung tun“, sagt Luisa, deshalb wollen die Kinder informieren, wie man Müll richtig entsorgt – oder am besten gleich ganz vermeidet.

Luisas Freundin Lydia ist traurig, weil „die Leute den Müll einfach da hinschmeißen“. Bei einer weiteren Aktion wäre sie gerne auch wieder dabei – ob es aber eine weitere Sammelaktion gibt, hängt davon ab, ob die Stadt Regensburg den Müll abholt. Wenn sie das tut, „dann können wir das jeden Tag machen“, sagt Moritz.