Passau/München/Regensburg

Medizincampus Niederbayern: Anschluss gesucht

Sibler: Niederbayern Zentrum für zweiten Studiums-Teil

02.05.2021 | Stand 02.05.2021, 19:33 Uhr

Auch auf einem Medizincampus Niederbayern soll die medizinische Ausbildung künftig möglich sein. −Foto: dpa

Wie kann eine Medizinerausbildung in Niederbayern aussehen? Zu dieser Frage wurden am Freitag zwei Machbarkeitsstudien im Bayerischen Wissenschaftsministerium eingereicht.



„Das Besondere an beiden Satelliten-Modellen: Niederbayern ist als Zentrum des zweiten Teils des Medizinstudiums vorgesehen. Damit können wir die Region stärken und langfristig für mehr Medizinerinnen und Mediziner in Niederbayern sorgen“, betonte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) laut einer Mitteilung.



Regensburg oder München zur Wahl



Die beiden Konzepte Medizincampus Niederbayern mit akademischem Zentrum an der Universität Regensburg und TUM Medizincampus Niederbayern mit akademischem Zentrum an der Technischen Universität München (TUM) setzen laut Ministerium jeweils auf einen Verbund mit Kliniken in der Region. Sie wurden Ministeriumsangaben zufolge mit den regionalen Partnern erarbeitet und berücksichtigen Details zu Kooperationspartnern, Ausbildung und Lehre, notwendigen Investitionen und der Fachausrichtung.



Machbarkeitsstudien werden geprüft



„Entscheidend ist bei allen Überlegungen, dass die Krankenhauslandschaft ausgewogen bleibt und Niederbayern sich als attraktiver Studienort etabliert“, betont der Wissenschaftsminister. Die beiden Machbarkeitsstudien werden nun geprüft, anschließend übernimmt ein externes Gutachterteam die Bewertung, die wiederum dem Bayerischen Ministerrat als Grundlage dienen soll. Dieser wird voraussichtlich im Herbst eine Entscheidung fällen.



Im Oktober 2020 hatte sich die Projektgruppe „Medizincampus Niederbayern“ – bestehend aus Vertretern von Medizin, Universität und Politik insbesondere aus der Region – darauf geeinigt, die Satelliten-Modelle, also mit Zentrum Regensburg oder München unter Einbindung der digitalen Kompetenzen der Universität Passau, näher in Machbarkeitsstudien zu untersuchen. Vorausgegangen waren die Ausarbeitung verschiedener Konzeptpapiere sowie mehrere Arbeitsgespräche. Bei der Auswahl der beiden Konzepte der TU München und der Universität Regensburg hatten Realisierbarkeit, Kooperationsmöglichkeiten, die Umsetzung von Forschung und Lehre sowie die Krankenversorgung und auch finanzielle Aspekte eine Rolle gespielt.



Digital-Kompetenz der Uni Passau nutzen



Dabei hatte sich herauskristallisiert, dass ein Satelliten-Modell nach Vorbild des Medizincampus Oberfranken mit enger Anbindung an eine Universität und kooperierenden Kliniken am ehesten den gewünschten Erfolg verspricht und zu realisieren ist. Auch waren sich die Beteiligten einig, dass Passau mit seiner hohen Kompetenz beim Thema Digitalisierung eine wichtige Rolle spielen soll.

Die Projektgruppe „Medizincampus Niederbayern“ wurde in der Hightech Agenda Bayern von Ministerpräsident Markus Söder angekündigt. Sie entspricht laut Sibler auch seinem eigenen Ziel, nämlich die ärztliche Versorgung im Freistaat zu stärken und mehr junge Ärztinnen und Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen.

− pnp