Aiwanger: „Können ganz vorne mitspielen“

Start 2023: Pfeffenhausen als Wasserstoff-Global-Player

14.09.2021 | Stand 14.09.2021, 19:28 Uhr

Die Freude über den Wasserstoffstandort Pfeffenhausen ist groß bei Dr. Tobias Brunner von Hynergy (v.l.), Bürgermeister Florian Hölzl, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Landrat Peter Dreier und Pascal Mast von TÜV Süd – und auch die Ansprüche. −Foto: Corinna Mühlehner

Von Corinna Mühlehner

Der Standort Pfeffenhausen (Landkreis Landshut) soll als Teil des nationalen Wasserstoffzentrums laut Bayerns Wirtschaftsminister Huber Aiwanger (Freie Wähler) im Jahr 2023 den Betrieb aufnehmen.

Die Aufregung ist groß im Markt Pfeffenhausen: Seit kurzem ist bekannt, dass einer der vier Standorte des nationalen Wasserstoffzentrums in der kleinen Gemeinde im Landkreis Landshut angesiedelt wird. Am Dienstag war Bayerns Wirtschaftsminister Huber Aiwanger (Freie Wähler) nach Pfeffenhausen gekommen, um über den Planungsstart des neuen Innovations- und Technologiezentrums Wasserstoff (ITZ) zu informieren.



Am ITZ sollen Kompetenzen im Bereich Wasserstoff gebündelt und weltweit zertifiziert werden. Rund 100 Millionen Euro will der Bund dort investieren. „Technologiestandards sind die Eintrittskarte für den Weltmarkt“, betonte Dr. Tobias Brunner, Geschäftsführer des Ingenieurteams Hynergy, das Teil des Konsortiums ITZ Pfeffenhausen ist. Pascal Mast vom TÜV Süd – ebenfalls Mitglied des Konsortiums – schloss sich dem an: „Auf den Straßen der Welt könnten bald Autos fahren, die mit Technologien aus Pfeffenhausen zertifiziert wurden.“

Global Player Pfeffenhausen

Global Player Pfeffenhausen – der eine oder andere möge da vielleicht schmunzeln, ist Minister Hubert Aiwanger bewusst. „Aber wir brauchen genau diesen ländlichen Standort, um das Ganze zu entwickeln.“ Die zentrale Lage in Bayern sei ein ausschlaggebender Aspekt für Pfeffenhausen gewesen: Wichtige Wasserstoffpunkte in München, Straubing oder Regensburg sind nicht weit – und auch die Nähe zum Münchner Flughafen sei unter den Bewerbungen einmalig gewesen. „Weltfirmen wir BMW sind um die Hausecke“, so der Wirtschaftsminister. „Hier passt einfach alles.“

„Sportlicher Zeitplan“

Spatenstich Ende 2022 und Inbetriebnahme noch 2023 – ein „sportlicher Zeitplan“, ist Aiwanger bewusst. Doch die Zeit drängt, betonte auch Tobias Brunner vom Konsortium: „Wasserstoff ist viele Jahre als Marathon abgetan worden. Jetzt befinden wir uns auf der Zielgeraden – und müssen einen Sprint hinlegen.“

Das habe man noch rechtzeitig erkannt, sagt Hubert Aiwanger auf Nachfrage der Heimatzeitung: „Ich glaube, dass wir beim Wasserstoff auf dem Weltmarkt ganz vorne mitspielen können. Aber wenn wir in den nächsten zwei Jahren nicht handeln, dann werden wir Länder wie China in den nächsten zehn Jahren nicht mehr einholen können.“

„Bürger mit einbinden“

Pfeffenhausens Bürgermeister Florian Hölzl (CSU) sieht seine Aufgabe indessen auch darin, das ITZ mit der „örtlichen Brille“ zu betrachten – und da sehe er große Entwicklungschancen für den Markt, sollen Teileinrichtungen doch nach Möglichkeit direkt im Ortskern angesiedelt werden. „Wir wollen auch die Bürger mit einbinden“, betonte Hölzl. Dazu werde ein kommunales Begleitgremium geschaffen.

Landshuts Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) betonte die Wichtigkeit der Transformation hin zum Wasserstoff, gerade für eine Mobilitätsregion wie es der Landkreis Landshut ist. Der Anspruch beim Wasserstoff sei groß: „Wir wollen Marktführer weltweit werden“.