Alltagserprobung

Prototyp unterwegs: BMW schickt Wasserstoff-Auto auf die Straße

16.06.2021 | Stand 16.06.2021, 17:32 Uhr

Der i Hydrogen Next, das Wasserstoff-Auto von BMW, am Werk Landshut, wo Komponenten für das Fahrzeug hergestellt werden. −Foto: BMW

Autobauer BMW setzt auch auf Wasserstoff. i Hydrogen Next heißt das Fahrzeug, das dieser Tage auch auf bayerischen Straßen zu sehen war.



Der Prototyp basiert auf dem SUV X5 und soll Ende 2022 in einer Kleinserie auf den Markt kommen. Wesentliche Komponenten werden dazu aus den niederbayerischen Werken Landshut und Dingolfing beigesteuert.







Der BMW i Hydrogen NEXT ist ein rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug, das Wasserstoff als Energieträger nutzt und diesen in einer Brennstoffzelle zu Strom umwandelt. Mit dem jetzt gestarteten Erprobungsprogramm werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, Ende 2022 eine Kleinserie zu präsentieren, berichtete BMW gestern. Diese Fahrzeuge, die jetzt auf die Straßen geschickt werden, dienen demnach dazu, in einem breitangelegten Feldversuch Praxiserfahrungen beim Einsatz dieser nachhaltigen Antriebstechnologie zu gewinnen. „Besonders bei größeren Fahrzeugklassen ist die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie eine interessante Option für nachhaltige Antriebe“, sagt Frank Weber, Mitglied des Vorstands der BMW AG für Entwicklung. „Deshalb ist die Straßenerprobung von seriennahen Fahrzeugen mit einem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb ein wichtiger Meilenstein in unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit.“



Tank innerhalb weniger Minuten gefüllt

Ähnlich wie der Kraftstoff-Tank eines konventionellen Verbrennungsmotor-Modells lassen sich auch die Wasserstoff-Tanks des BMW i Hydrogen NEXT innerhalb von drei bis vier Minuten mit Energie füllen, die unter allen Witterungsbedingungen für mehrere Hundert Kilometer Reichweite sorgt. Die Alltagstests dienen laut BMW vor allem der Feinabstimung der Software. Zuvor seien bereits das Brennstoffzellen-System, die Wasserstoff-Tanks und die Leistungspuffer-Batterie sowie das Steuergärt in „Hunderten von Testläufen auf Prüfständen erprobt worden“, ist bei BMW zu erfahren. Die Brennstoffzellen wurden mit Toyota entwickelt, wobei die Japaner die Zelle lieferten, während BMW den als Stack bezeichneten Brennstoffzellen-Stapel sowie das Gesamtantriebssystem beisteuert.



Komponenten aus Landshut und Dingolfing



Dieses Stack-Gehäuse aus Leichtmetall sowie die Mediendruckplatte als Stack-Verschluss kommen aus dem Landshuter BMW-Werk. Durch die Mediendruckplatte werden in das Gehäuse die „Medien“ Wasserstoff-, Sauerstoff und Kühlmittel eingeschleust, um die chemische Reaktion in den Brennstoffzellen zu initiieren. Die komplexen Bauteile sind spezifisch auf den dauerhaften Kontakt mit Wasserstoff ausgelegt. Details wie diese erfuhr jüngst Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) beim Besuch in Landshut zusammen mit BMW-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Wendt. Beim Elektromotor des i Hydrogen Next es sich um den hochintegrierten E-Antrieb der fünften Generation, der in Dingolfing produziert wird.

− pnp/ek