Frontenhausen

Online-Abstimmung: „Leberkäsjunkie“ ist Film des Jahrzehnts

Publikumsfilm des Jahrzehnts wurde die Krimikomödie „Leberkäsjunkie“

28.04.2021 | Stand 28.04.2021, 16:33 Uhr

Der Humor ist manchmal deftig und hart in den Eberhoferkrimis: In dieser Szene von „Leberkäsjunike“ klärt Pathologe Günter (Michael Ostrowski, l.) Rudi (Simon Schwarz, 2.v.l.) und Franz (Sebastian Bezzel, 2.v.r.) samt Baby Paul (Luis Sosnowski) über eine Brandleiche auf. −Foto: Bernd Schuller/ARD Degeto/BR/Constantin Film/dpa

Leberkäsjunkie gewinnt den „Publikumspreis des Jahrzehnts“ beim Bayerischen Filmpreis.

Stellvertretend für die gesamte Eberhofer-Familie nahmen Regisseur Ed Herzog und Bestseller-Autorin Rita Falk den Preis im Studio entgegen. Sebastian Bezzel und Simon Schwarz, die in den Kultfilmen das Ermittler-Duo Eberhofer/ Birkenberger verkörpern, wurden live aus der Constantin Film ins Studio dazu geschaltet.

Erstmals in der Geschichte des seit 1979 jährlich von der Bayerischen Staatsregierung verliehenen Filmpreises waren die Zuschauer in diesem Jahr dazu aufgerufen, aus den Publikumspreis-Gewinnern der letzten zehn Jahre ihren absoluten Favoriten zu krönen.







„Ich gratuliere Kerstin Schmidbauer, Ed Herzog, Rita Falk und der ganzen Eberhofer-Familie zu dieser großartigen Vertrauenserklärung unserer Zuschauer. Auch wenn die Kinos leider noch geschlossen sind: Der nächste Eberhofer kommt bestimmt und er kommt ins Kino“, sagt Martin Moszkowicz, Vorstandsvorsitzender der Constantin Film.

„Mein herzlicher Dank gilt unseren großartigen Fans, die mit diesem überwältigenden Votum den Eberhofer das dritte Mal in Folge zum Publikumsliebling gekürt haben, und diesmal sogar zum beliebtesten Kinofilm des Jahrzehnts“, sagt Produzentin Kerstin Schmidbauer. Es gebe schließlich keine schönere Auszeichnung als die des Publikums, weshalb der Publikumspreis des Bayerischen Filmpreises der wichtigste Preis überhaupt ist.

Ohne das herausragende Team vor und hinter der Kamera wäre all das nicht möglich, weshalb allen der Preis gebührt. Mein Dank gilt auch den Partner*innen von ARD Degeto, BR, FFF Bayern, dem Constantin Film Verleih und den Kinobetreiber, die von Anfang an an die Eberhofer-Reihe geglaubt haben.



Sechster Teil der erfolgreichen Filmreihe



Leberkäsjunkie ist der sechste Teil der erfolgreichen Filmreihe über den phlegmatisch angehauchten bayerischen Provinzpolizisten Franz Eberhofer. Neben Darsteller-Dreamteam Sebastian Bezzel und Simon Schwarz versammelte Regisseur Ed Herzog erneut die lieb gewonnene Niederkaltenkirchener Stammbesetzung vor seiner Kamera: Lisa Maria Potthoff als Franz„ Dauer-On/Off-Freundin Susi, Enzi Fuchs und Eisi Gulp als Oma und Papa Eberhofer sowie Gerhard Wittmann, Sigi Zimmerschied, Stephan Zinner, Daniel Christensen, Castro Dokyi Affum und Max Schmidt. In Episodenhauptrollen sind Eva Mattes, Robert Stadlober, Manuel Rubey und Anica Dobra zu sehen, für Gastrollen konnten erneut Michael Ostrowski und Harry G. gewonnen werden.

Leberkäsjunkie ist eine Constantin Film Produktion in Co-Produktion mit der ARD Degeto und dem Bayerischen Rundfunk. Produziert wurde der Film von Kerstin Schmidbauer (Constantin Film) mit den Co-Produzentinnen Stephanie Heckner (BR), Katja Kirchen (ARD Degeto) und Christine Strobl (ARD Degeto). Das Drehbuch stammt von Stefan Betz und Ed Herzog nach dem Roman von Rita Falk. Leberkäsjunkie wurde mit Mitteln des FilmFernsehFonds Bayern und des Deutschen Filmförderfonds gefördert.



Erfolgsgeschichte seit 2013



Seit mit Dampfnudelblues der erste Eberhofer-Film 2013 den Sprung auf die große Leinwand schaffte, hat die Filmreihe der Constantin Film eine wahre Erfolgsgeschichte in den Kinos geschrieben. Insgesamt haben die Eberhofer-Filme bisher über 5,5 Millionen begeisterte Zuschauer ins Kino gelockt, und das vornehmlich in Bayern.

In diesem Jahr darf sich die große Fangemeinde wieder auf eine Fortsetzung der bayerischen Kultkrimis freuen, denn im August heißt es: Endlich wieder Eberhofer! Kaiserschmarrndrama startet voraussichtlich am 5. August 2021 in den Kinos.



Weitere geehrte beim Bayerischen Filmpreis



Oliver Masucci ist mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Darsteller ausgezeichnet worden – für seine Rollen in der Literaturverfilmung „Schachnovelle“ und als Regielegende Rainer Werner Fassbinder in „Enfant Terrible“. Er verbeiße sich in seine Aufgabe mit einer Hingabe, die überwältigend sei, begründete die Jury am Mittwoch in München. „Ist doch jetzt bisschen Rührung da“, sagte Masucci in einem vorab aufgezeichneten Video. „Ich freu mich und geh jetzt einen trinken.“ Beste Darstellerin wurde Nilam Farooq für die Filmkomödie „Contra“. Beide Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert.

Der undotierte Ehrenpreis ging an Martina Gedeck („Das Leben der Anderen“). Ministerpräsident Markus Söder hatte der 59-Jährigen die Trophäe bereits am Montag in Berlin überreicht. Auch die anderen Preisträger wurden wegen der Corona-Pandemie nicht wie sonst bei einer Gala geehrt. Stattdessen wurde die Verleihung aufgezeichnet und sollte am Mittwoch um 22 Uhr im BR sowie in der Mediathek zu sehen sein.

Der Filmpreis fällt in eine schwere Zeit, in der Kinos seit Monaten dicht sind. So manche Siegerfilme konnte man deshalb noch gar nicht sehen. Sönke Wortmanns „Contra“ soll im Herbst anlaufen. Die für ihr Drehbuch geehrte Komödie „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ des 2020 verstorbenen Filmemachers Joseph Vilsmaier soll nach mehreren verschobenen Kinostarts am 14. Mai bei Amazon Prime starten. Und Regiepreisträgerin Julia von Heinz zeigt ihr Drama „Und morgen die ganze Welt“ ab 6. Mai auf Netflix. Sie teilt sich den Preis mit Tim Fehlbaum, der ihn für seinen Sciencefiction-Thriller „Tides“ erhielt.

Den mit 200000 Euro dotierten Produzentenpreis erhielten Tobias Walker und Philipp Worm für „Schachnovelle“. Insgesamt wurden Preise in 15 Kategorien verliehen. Die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach nannte den Filmpreis in diesen Zeiten ein wichtiges Signal und ein Dankeschön an die Filmbranche. „Die ausgezeichneten Filme können uns in eine andere Welt entführen, uns Anregungen geben oder einfach auch nur zum Lachen bringen. Nie war das wichtiger als heute“, sagte Gerlach.

− dpa