Probleme mit Gaffern

Nach tödlichem Unfall: Feuerwehr appelliert an Passanten

21.07.2021 | Stand 21.07.2021, 8:26 Uhr

−Foto: Martin Schutt/dpa-zentralbild

Nachdem bereits die Polizei zahlreiche Gaffer bei einem tödlichen Unfall in Landshut beklagt hatte, meldet sich nun auch die Feuerwehr zum Thema zu Wort.

Ein Radfahrer war am Montag in Landshut von einem Lkw erfasst und tödlich verletzt worden. „Als wären der Unfall und der tragische Tod eines Menschen nicht schon mehr als genug, so hatten die Einsatzkräfte immer wieder mit diversen Gaffern und uneinsichtigen Passanten zu kämpfen“, schreibt die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Landshut in einer Pressemitteilung. Die Einsatzkräfte hätten an der Unfallstelle in alle Richtungen Barrieren aufgebaut, entweder durch Einsatzfahrzeuge oder Sichtschutzwände. Dennoch hätten viele Personen versucht, einen Blick auf die direkte Einsatzstelle zu bekommen – entweder direkt selbst oder mittels gezücktem Smartphone. „Manche schreckten dabei nicht einmal davor zurück, sich auf die Fahrbahn zu legen und unter den Fahrzeugen hindurch zu filmen.“

Beleidigung einer Feuerwehrlerin

Auch aus benachbarten Häusern heraus seien zum Teil Videos gemacht worden. Die Passanten, die teils unter „fadenscheinigen Begründungen“ versuchten, durch die Sperre zu gehen oder zu fahren, zeigten sich häufig uneinsichtig – zum Teil waren unter ihnen auch Eltern mit Kindern. „Trauriger Höhepunkt waren schließlich die verbalen und gestenreichen Beleidigungen aus einem vorbeifahrenden Pkw gegen eine Feuerwehrfrau, die mit einem Kollegen die Regierungsstraße am Abzweig Podewilsstraße absperrte. Der Vorfall wurde entsprechend bei der Polizei zur Anzeige gebracht.“

Einsätze wie der am Montagnachmittag seien für Ersthelfer und Einsatzkräfte eine außerordentliche Belastung. Auch die Psychosoziale Notfallversorgung wurde daher mit an den Einsatzort geordert. „Die Landshuter Feuerwehr appelliert daher nochmals eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, Sperrungen zu beachten und zu akzeptieren sowie auch die definitiv nicht grundlos aufgebauten Sichtschutzbarrieren zu respektieren.“

− kwi