Woran Sie echte Online-Schnäppchen erkennen

08.04.2021 | Stand 08.04.2021, 9:16 Uhr

Foto: Sergii Korolko/123rf.com

Ob „Black Friday“, „Cyber Monday“ oder der alljährliche Winterschlussverkauf: Immer wieder lockt der Online-Handel mit Rabattangeboten. Und doch sind die niedrigen Preise zunächst mit Vorsicht zu genießen. Denn oftmals ist ein vermeintlich gutes Angebot nicht so günstig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Oftmals machen sich Betrüger günstige Preise als Masche zunutze. Der nachfolgende Artikel beleuchtet die Merkmale seriöser Online-Schnäppchen – und verrät, woran sich betrügerische Shops von seriösen Anbietern unterscheiden.

Fake-Shops oftmals binnen weniger Sekunden erkennbar
In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung fallen Schnäppchen-Jäger oftmals betrügerischen Webseiten zum Opfer. Dabei bieten die Händler unschlagbar günstige Preise an – liefern die bestellte Ware jedoch nicht oder lediglich im minderwertigen Zustand aus. Verbraucher haben dennoch gute Chancen, Onlineshops rechtzeitig zu erkennen und somit nicht auf die vermeintlichen Schnäppchen hereinzufallen. Folgende Merkmale deuten in den meisten Fällen auf kriminelle Anbieter hin:
•Schon die Domain als solche ist ein Indiz für betrügerische Webseiten. Endungen wie „de.com“ sollten stutzig machen, insbesondere dann, wenn der Inhalt nicht zum Namen passt und umgekehrt.
•Fake-Shops verbindet eine Gemeinsamkeit: Sie bieten unterm Strich viel zu günstige Produkte an, die wortwörtlich zu gut sind, um wahr zu sein.
•Spätestens, wenn beim Kaufvorgang erste Ungereimtheiten auftauchen, sollten Verbraucher vom Erwerb der Ware absehen. Grundsätzlich muss der Verkauf über eine „https“-Zeile erfolgen. Auch die Datenschutzbestimmungen müssen Verkäufer einhalten. Sind diese nicht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ersichtlich – oder fehlen komplett – lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Betrüger schließen.
•Ein seriöses Unternehmen gibt im eigenen Webshop immer ein Impressum und die Handelsregisternummer an.
•Zunächst locken betrügerische Anbieter immer mit vielen unterschiedlichen Bezahlmöglichkeiten. Schlussendlich schrumpfen diese auf die Option „Vorkasse“ zusammen. Wer solchen Bestellvorgang bemerkt, sollte den Kauf sofort abbrechen.
•Siegel und gute Bewertungen sind zweitrangige Kriterien, da im Zweifelsfall erfunden sein können. Zumindest die Echtheit des Siegels lässt sich mit einem Klick auf das Symbol leicht überprüfen. Echte Siegel sind mit einem Zertifikat verlinkt, während „Fake“-Angebote über keinen solchen integrierten Link verfügen.


Wer einem falschen Anbieter auf den Leim gegangen ist, sollte versuchen, die getätigte Zahlung noch zu stoppen. Abhängig vom Wochentag und der Uhrzeit lässt sich die Zahlung teilweise noch Wochen später durch die eigene Bank rückabwickeln. Sinnvoll ist es, zu Beweiszwecken grundsätzlich alle E-Mails, Zahlungsbelege und Bestellbestätigungen aufzubewahren. Aus rechtlicher Sicht haben Betroffene zudem die Möglichkeit, Anzeige wegen Betruges bei der Polizei zu erstatten.


Gängige Tricks der Händler durchschauen
Auch seriöse Online-Shops wie Amazon.de bedienen sich psychologischer Tricks, um ihre vermeintlich günstigen Angebote an den Mann oder die Frau zu bringen. Ein sehr bekannter Trick besteht darin, das vorhandene Warenangebot künstlich zu verknappen. Arglose Kunden fallen auf die Masche herein, da sie glauben, die Ware wäre demnächst nicht mehr verfügbar. Eine clevere Vorgehensweise ermöglicht es wiederum, vor dem Kauf den echten Warenbestand herauszufinden. Alles, was Verbraucher dafür tun müssen, ist, den Wunschartikel zunächst in den Warenkorb zu legen. Anschließend können sie die Stückzahl variieren: Sollten sich problemlos weitere Artikel hinzufügen lassen, kann man nicht von einer akuten Warenknappheit ausgehen.


Ein weiterer Marketing-Trick, der vielfach Anwendung findet, besteht im Durchstreichen der unverbindlichen Preisempfehlung. An dieser Stelle platzieren Kunden das Preisangebot, das jedoch in vielen Fällen ohnehin deutlich unter dem Originalverkaufspreis liegt. Kunden sparen auf diese Weise folglich maximal 20 Prozent oder weniger ein.


Mit Preisvergleichen wirklich günstige Schnäppchen ausfindig machen

Um günstige Schnäppchen zu finden, lassen sich gezielt Preissuchmaschinen nutzen. Verbraucher sollten dabei auf mindestens zwei unterschiedliche Anbieter zurückgreifen, da diese teilweise andersgeartete Ergebnisse zutage fördern. Erst dann, wenn sich das Sonderangebot, das beide Preissuchmaschinen anzeigen, anderswo nicht unterbieten lässt, lohnt sich der Kauf. Zusätzliches Geld können Verbraucher einsparen, indem sie auf Händlergutscheine wie bei Sparheld zurückgreifen. Oftmals bringen die Gutscheine auch auf die reduzierten Preise zusätzliche Rabatte.


Das eigene Surfverhalten optimieren
Das eigene Einkaufsverhalten im Internet kann dabei helfen, echte Schnäppchen einzukaufen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei beispielsweise die Uhrzeit. Denn Händler reagieren mit dynamischen Preisen auf gegenwärtige Angebote und Nachfragen. So kommt es, dass sich Schnäppchen-Angebote bis zu viermal täglich ändern können. Vor allem nachts oder vor dem Frühstück bietet sich Verbrauchern unter der Woche die Chance, ein Produkt zum echten Schnäppchen-Preis zu ergattern. Noch günstiger kann der Einkauf werden, indem Kunden zunächst ausgeloggt nach den Waren stöbern und Cookies deaktivieren. Mitunter zahlt es sich aus, die Waren noch einige Tage im Warenkorb zu belassen. Dann schenken einige Hersteller zusätzliche Rabatte, um den Interessenten doch noch zum kauf zu bewegen.
Echte Schnäppchen besser am Desktop-PC statt Smartphone checken
Schnäppchen, die auf dem Smartphone ersichtlich sind, haben lediglich eine begrenzte Aussagekraft. Denn oftmals geben die Hersteller in der mobilen Ansicht absichtlich teurere Preise an – da die Angebote unterwegs schwieriger zu überblicken sind. Somit sind die vermeintlich guten Preise gar keine Schnäppchen. Verbrauchern ist deshalb anzuraten, das gute Angebot zu einem späteren Zeitpunkt an einem stationären Rechner erneut aufzurufen.